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hundert11wordpress.com 15.05.2016
Schall und Rauch: "Sono un fumo" im Radialsystem V

Man sehnt sich nach dem ersten Ton wie nach einer sehnsüchtig erwartenen Liebe: Die Geigerin Anais Chen setzt den Barockbogen an, aber nicht auf, bewegt ihn dicht über den Darmsaiten durch die Luft, biegt, dreht und windet sich - die Musik ist zum Streichen nah, aber sie kommt nicht, ein veritabler Stringtease.

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Der Tagesspiegel (TZ) - 17.05.2016
Die Violinistin trägt Klarsichtfolie

Der Wahnsinn hatte in der Musik des frühen Barockzeitalters Konjunktur: Mit diesem Thema nähmlich liessen sich von der verzückten Verliebtheit bis hin zu Eifersucht und modischer Melancholie die menschliche Affekte in neue Weise erkunden, während in der Instrumentalmusik besessen wiederholte Bassmodelle als Grundlage für ausgedehnte virtuose Kabinettstücke

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art-tv.ch, 30.04. 2016
eunoia Quintett | The Vacuum Pack

Sie pumpen und saugen, quietschen und blubbern – die Gegenstände, mit denen das eunoia Quintett genauso gut Musik zu machen versteht wie mit seinen klassischen Instrumenten. Ein gelungenes Experiment!

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RA, 05.10.2015
Sinfonie aus Ächzen und Kratzen

Musik, erzeugt von Haushaltsgeräten: Das erwartete die Besucher am Sonntagabend im Rheinsberger Schlosstheater. Zahlreiche Eltern mit ihren Kindern waren am Tag der Einheit in das ehrwürdige Gemäuer gekommen, in dem einst Prinz Heinrich barocke Opern aufführte.

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MAZ, 02.10.2015
Partitur der Physik

Ein fahles Licht glimmt in der Dunkelheit. Schemenhaft erkennt man aufeinandergestapelte Bierkisten, darauf ein paar Gläser. Dahinter eine Gestalt auf einer Couch. Sie beugt sich tief über die Gläser, berührt sie fast mit dem Mund. Ganz leise schält sich ein Ton aus der Stille.

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Opern Welt, Mai 2013
Demokratie der Erschöpfung

Sehnsucht nach den Sechzigerjahren. Als das Schlammtheater noch eine Botschaft war, als das Publikum mitmachen durfte und sich hinter jedem Experiment ein Tabu verbarg..: Herrlich war das! Verständlich daher, dass man Henri Pousseurs „variable Oper“ mit dem Titel „Votre Faust“ rund fünfzig Jahre nach ihrer Entstehung noch einmal aufführt. Es ist eine der wenigen Opern mit „offener Form“. Und offenem Ausgang.

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Berlin Poche, 10.04.13
Votre Faust, opéra à choix multiples

Le 30 mars dernier se tenait la première berlinoise de Votre Faust, opéra d’un genre particulier qui a déjà réussi à se hisser á la hauteur du mythe, et ce, en moins de 50 ans d’existence. Cette partition démesurée qui fait fuir tout raisonnable directeur artistique n’avait pas connu jusqu’à aujourd’hui une réalisation à la hauteur de son propos. Pari réussi pour Gerhardt Müller-Goldboom et les musiciens de l’ensemble de musique contemporaine work in progress

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taz, 02.04.2013
Heinrich, mir graut vor dir

Kein Theater hat sich bisher getraut, so weit zu gehen, denn was Pousseur und Butor verlangen, ist weit mehr als die heute durchaus beliebte Interaktion mit dem Publikum. Seine Entscheidungen definieren das Stück selbst: Es ist unmöglich, in einer Aufführung alle Szenen zu spielen, die es enthält.

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klassik.com, 07.04.2013
Die erste "variable Oper" der Welt – nochmal neu?

'Votre Faust' von Henri Pousseur (Musik) und Michel Butor (Text). Ein Werk, bei dem das Publikum mitentscheiden kann, wie es von Szene zu Szene weitergehen soll, ein Werk, das 1969 an der Piccola Scala in Mailand uraufgeführt wurde. Es endete damals in einem Desaster, weil sich das schicke Mailänder Publikum überhaupt nicht dafür interessierte, welches Ende diese belgisch-französische Variation der Faust- Legende in damals zeitgenössischem Gewand nahm.

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Deutschlandfunk, Kultur heute, 02.04.2013
Völlig aus dem Ruder gelaufen

In den 1960er-Jahren entwickelten der Komponist Henri Pousseur und der Autor Michel Butor dieses "variable Spiel in Art einer Oper". Es war die Zeit, in der sogar die Musikszene sich immer mehr abkapselte in ihre Glasperlenspiele. Mit "Votre Faust" - Ihr Faust - sollte das Publikum herausgelockt werden aus seiner passiven Konsumenten-Rolle als Zuschauer, sollte einbezogen werden.

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nmz, 01.04.2013
Verlorene Wetten ums Ende der variablen Opernhandlung

Ein junger Komponist mit Namen Henri – wie Heinrich Faust und wie der 1929 geborene Henri Pousseur – erhält in dieser Opernhandlung von einem mephistophelischen Theaterdirektor (Peter von Strombeck) den gut bezahlten und unbefristeten Auftrag zu einer „Faust“-Oper. Er geht auf Reisen, mit einem in die ungleichen Schwestern Maggy und Greta aufgespaltenen Gretchen (Julia Reznik). Der Theaterdirektor, der ihn mit Hilfe einer Sängerin (die Schauspielerin Meridian Winterberg), beschattet, initiiert, dass das Publikum über den Fortgang der Handlung abstimmen solle.

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Exberliner, März 2013
Choose your own Faust

The title says it all: Your Faust. In this version of the classic, the audience determines the main female protagonist, how the musicians play sections, and even in wich language the singers sing.

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Tagesspiegel, 24.03.2013
Du musst dich entscheiden

Im Radialsystem wird ein Jahrmarkt aufgebaut, Inbegriff der Unterhaltung und der Verführung, komplett mit Buden, Markständen, Zuckerwatte, Schießständen, echten Tieren. [...] An Umschlagpunkten der Geschichte werden die Besucher per demokratischer Abstimmung zu Entscheidungen aufgefordert. Oder sie müssen schreien, sich lauthals beschweren, und dabei die Musiker übertönen, die ebenfalls lauter spielen. So entwickelt sich das Stück wie kommunizierende Röhren. Jede Entscheidung des Publikums zieht einen anderen Handlungsstrang nach sich, das Geschehen verzweigt sich wie ein Weihnachtsbaum.

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Berliner Zeitung, 04.07.2011
Dann tutet schweres Blech im Regen - Das Ensemble Kaleidoskop bricht mit Iannis Xenakis die Konzertform auf

Das Fanatische und das Komische prägen den Charakter des Ensembles Kaleidoskop. Es verabschiedet gern markige Manifeste im terroristischen Stil der Futuristen, weiß aber genau, dass von derlei Erklärungen keine Gefahr ausgeht. So ist auch das "Polytop für Iannis Xenakis" eine bewusst hochtrabende und gerissen ironische Veranstaltung.

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Tagesspiegel, 02.07.2011
Unstille Orte - Künstlergruppe überrascht mit Guerilla-Konzerten

Die Künstlerin Aliénor Dauchez greift das Architektonische von Xenakis’ Musik auf, indem sie Skulpturen aus Bambus und Gummiseilen erstellt, die mit dem Ende der Musik wieder zerfallen. Passt hervorragend zu Berlin, dem Mekka der temporären Architektur. Auch Xenakis hätte das sicher gefallen. Seine Musik war räumlich angelegt, er begann seine Karriere als Ingenieur und Architekt – im Büro von Le Corbusier.

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Spex, 30.06.2011
Guerillas mit Streich-instrumenten

Mit dem Begriff Polytop (»viele Orte«) bezeichnete der vor zehn Jahren verstorbene Xenakis seine Idee eines Gesmatkunstwerks, bei dem Licht, Klang, Raum und Bewegung gleichberechtigte Elemente darstellen. Dieses Konzept versucht Kaleidoskop am Samstag, den 2. Juli mit Guerilla-Konzerten und einem abendlichen Ringpolytop umzusetzen. Tagsüber bespielen die Musiker nach einer Inszenierung von Aliénor Dauchez zentrale Plätze in Berlin. [...] Während die Musiker spielen, bauen Aktivisten eine temporäre Architektur auf, welche die Partituren von Xenakis dreidimensional visualisiert.

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Blog, 29.06.2010
Sound is Grammar, Hardcore 2: the hardening

The first thing you notice about Hardcore 2 is that it features what, on paper, just looks like a hardcore weird programme. [...] The second thing you notice is that this is framed within a choreography by Aliénor Dauchez. This choreography was non-intrusive and non-illustrative, remaining more in the spirit of providing connections in space between the works, as a kind of breathing installation.

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Berlin Kultur, 01.07.2010
Wer spielt hier mit wem?

Die zentrale Erfahrung war die Produktion „Hardcore“, die das Ensemble [Anm. Solistenensemble Kaleidoskop] 2007 mit der Künstlerin und Bühnenbildnerin Aliénor Dauchez wagte. Hier setzen sich die Musiker erstmals offensiv mit der Bühnenrolle auseinander, die jeder Musiker spielt — und fanden überraschende Antworten auf die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Publikum und Musiker untersuchen lässt: Da wechselte man zwischen extremer Distanz und extremer Nähe, Musiker spielten aus dem Off, um urplötzlich aus dem Dunkel aufzutauchen und das Publikum in geradezu aufdringlicher Nähe zu umringen.

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Matériel

Cacher la profondeur
Sous-Vide
Votre Faust
Sono un fumo – je suis fumée
Votre Faust - deutsche Fassung
XI - ein Polytop für Iannis Xenakis